SHANGHAI

Vom 24. bis zum 28.10.2006 sind wir zu Gast bei Ishiki in Shanghai. Sie ist Mitglied im hospitaltyclub.org und bietet uns ihre Wohnung mit offenem Herzen fuer 4 Tage als zu Hause an.

AUS GEGEBENEM ANLASS ist es mir ein Bedürfnis in diesem Newsletter einen Brief meiner Mutter an den Innenminister des Landes Baden-Württemberg zu veröffentlichen. Siehe dazu Artikel am Ende des Newsletters!!!!

Mobile Wohnungseinrichtung

Mobile Wohnungseinrichtung
Am 23.10.2006 hole ich Johannes um 21.00 von der Schule ab! Endlich wieder da! Am nächsten Morgen verabschiedet Wendy uns am Taxi. Auf geht es nach Shanghai! Es ist ein fröhlicher unkomplizierter Empfang bei Ishiki, im Folgenden Isis genannt, so als kennten wir uns schon lange. Auf meine Frage, wie lange sie schon Mitglied ist bei Hospitalityclub.org erzählt sie, dass sie erst einen Tag vor meiner Anfragemail eingetreten ist, wir sind ihre ersten Gäste...Johannes entdeckt das Klavier!


Ein Freund interessiert sich für meine Hospitalityclub.org Erfahrungen und ich berichte begeistert. Seine Frage nach der Gefahr, ausgeraubt zu werden, kann ich nicht beantworten. Denn ich habe nur gute Erfahrungen gemacht und glaube daran, dass Vertrauen der Grundstein individueller Realität ist. Sollte ich dennoch ausgeraubt werden, dann...ja, soll es so sein? Diese Option ist in meinem Denksystem nicht vorhanden. Ich werde nicht ausgeraubt, habe auch keine Angst davor. Selbst wenn es so wäre, ja, dann...soll es eben so sein. Ich denke, es ist eine Sache der inneren Einstellung. Mangel oder Fülle. Mangelempfinden erzeugt Mangel, Bewusstsein von Fülle erzeugt Fülle. Dabei fallen mir meine Baustellen des Lebens ein...ich erinnere mich in diesem Moment, mir der Fülle, die mir zur Verfügung steht, noch staerker bewusst zu sein.

Mittags treffen wir uns mit meinem ehemaligen Kollegen Daniel im alten französischen Viertel. Auf dem Weg dorthin entdecke ich das Paulaner Bräuhaus, die Belegschaft trägt Dirndl und Tracht, wie skurril, mitten in Shanghai…Hoch lebe der Tourismus. Wir gehen im Park spazieren, einmal um den See. Eine junge Frau setzt zwei Goldfische aus. Auch Wasserschildkröten entdecken wir. Es ist eine kleine Ruheinsel, der Verkehr hupt sich im Umkreis von etwa 50 Metern an uns vorbei. Das ist viel und wirkt deutlich dezibelmindernd. Hier standen früher alte Baracken. Das Viertel wurde platt gemacht, entstanden ist dort nun ein kleiner Erholungsspot umgeben von riesigen Neubauten. Die Miete bringt dem Staat und Investoren jetzt ein Vielfaches der alten Mieteinkünfte. 5:5000 vielleicht? Lohnend allemal und prestigewirksamer. Es ist nicht zu leugnen, dass hier nun alles sauber und schnieke ist, die Atmosphäre hat natürlich nichts mehr mit alter Gesellschafts- und Stadtstruktur zu tun. Die können wir beim Rundgang durch die alten Viertel mit ihren kleinen Shops, Wohnparzellen und Restaurants noch ein wenig nachvollziehen.

Die "Erste" Welt bahnt sich ihren Weg...

Die "Erste" Welt bahnt sich ihren Weg...

...koste es was es wolle

...koste es was es wolle

Nimmersatt

Nimmersatt
Rotzend bewegen sich hier Männer durch die Gassen. Töpfe, Wäsche und sonst was werden direkt in der Gosse gewaschen, Müll verteilt sich von hier nach dort. Die alten kleinen Häuschen sind, so schön sie früher gewesen sein mochten, laienhaft vielseitig ergänzt, durch Holzverschläge und Anbauten jedweder Art erweitert worden. Viele der etwa 3 Meter breiten Hausfronten sind bereits eingerissen, verfallen. Zerstörte Dachstühle laden Wind und Wetter in die Häuserwracks ein. Es ergibt sich ein unruhiges Bild, Zerstörung ist die Assoziation, die am ehesten trifft. Und doch lebt die Straße, quicklebendig ist sie. Menschen wuseln hier und dort, das Leben findet draußen statt. Hier finden sich Geschäfte mit Trockenfleisch und –fisch neben Antiquariat, Bäckereien neben Buchlaeden, Nippes-shops neben Friseurgeschäften, in denen Kunden auf unsarnierten Stühlen der vorletzten Jahrhundertwende Platz nehmen, Mao-Ramsch neben riesigen Auslagen von Hairy Crabs, große Krebse mit Haaren. Es ist Oktober, also Saison für diese Delikatesse. Tote Enten hängen wie Ausstellungsexponate von Madame Tussauds stangenweise am Gassenrand. Die unterschiedlichsten Düfte mischen sich durcheinander.

Verhandeln wie ein Grosser

Verhandeln wie ein Grosser

Johannes geht auf Fototour

Johannes geht auf Fototour

Uferpromenade

Uferpromenade

Mutter und Sohn

Mutter und Sohn